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04. Juni 2026

Starlink und Co.: Was Satelliteninternet für Unternehmen bringt

 

Eine stabile und leistungsfähige Internetverbindung ist heute für nahezu jedes Unternehmen unverzichtbar. Egal ob Cloud-Dienste, Videokonferenzen, digitale Telefonie oder mobiles Arbeiten - stabiles und schnelles Internet bildet das Fundament für fast jedes digitalisierte Unternehmen. Doch während Unternehmen in Metropolregionen meist Glasfaser-Anschlüsse nutzen können, gehen kleine Unternehmen auf dem Lande immer noch häufig leer aus. Eine mögliche Lösung ist das Satelliteninternet über Anbieter wie SpaceX mit dem Starlink-System.

 

Wieso Satelliteninternet?

Aktuelle Standards zur Internetanbindung basieren auf Kupfer- und Glasfaserleitungen oder dem Mobilfunknetz. Und genau an dieser Stelle scheitert das Angebot in ländlichen Regionen. Neben einem mäßig ausgebauten Mobilfunknetz hinkt auch der Ausbau von physischen Leitungen hinter der Entwicklung der Technik hinterher. Glasfaser ist noch lange nicht der gängige Standard, viele Gebiete in Deutschland sind bislang nicht einmal mit ausreichend schnellen Kupferleitungen angebunden. Gerade in kleinen Ortschaften sind maximale Geschwindigkeiten unter 50 mbit/s keine Seltenheit, Upgrades meist nicht möglich.

Da der Ausbau der Internetleitungen kostspielig, zeitintensiv und mit viel Bürokratie verbunden ist, werden Gemeinden und Viertel, die vermeintlich nicht gewinnbringend sind, bei der Planung des Ausbaus häufig hinten angestellt oder gänzlich gestrichen. Eine Lösung für dieses Problem bietet das Satelliteninternet. Dieses muss nicht erst geplant und in der Erde vergraben werden, sondern wird von Satelliten im niedrigen Erdorbit bereitgestellt und erreicht so auch entlegene Orte. So können auch physisch schlecht angebundene Orte digital mit hohen Internetgeschwindigkeiten versorgt werden.

 

Über die Leistungsfähigkeit

Satelliteninternet bringt eine gute Anbindung in entlegene Gebiete, birgt aber auch Nachteile - besonders bei der Leistungsfähigkeit. Beim Anbieter SpaceX z.B. liegt die maximal mögliche Download-Geschwindigkeit bei etwa 400 mbit/s, und damit deutlich unter den bei Glasfaser gängigen 1.000 mbit/s. Dabei werden die Kapazitäten bei zu hoher Auslastung geringer und die Geschwindigkeiten gedrosselt. Im Starlink-Angebot für Unternehmen ist außerdem keine unlimitierte Internetnutzung inkludiert, sondern ein begrenztes Datenvolumen.

Bei anderen Anbietern wie skyDSL besteht zusätzlich eine Telefonanbindung via Satelliteninternet, die maximalen Geschwindigkeiten sind jedoch deutlich niedriger mit unter 100 mbit/s.

 

Abhängigkeit und Datenschutz

Neben den Einschränkungen bei der Leistungsfähigkeit gibt es weitere bedenkliche Aspekte beim Satelliteninternet. Während im normalen, leitungsgebundenen Netzwerk eine große Varianz an Anbietern herrscht die dafür sorgt, dass ein Wechsel leichter und durchzuführen ist und weniger Abhängigkeit von einzelnen Anbietern besteht, sieht das beim Satelliteninternet anders aus. Die Infrastruktur des Satelliteninternets ist eng an die verantwortlichen Unternehmen gekoppelt. Das sorgt für Abhängigkeit von einzelnen Wirtschaftsunternehmen - und deren Entscheidungen. Das beeinflusst einerseits die Verfügbarkeit, andererseits aber auch die preisliche Bindung. Wenn ein Unternehmen die Preise anzieht, gibt es oft kaum Ausweichmöglichkeiten.

Auch beim Thema Datenschutz ist Vorsicht geboten. Im Gegensatz zu nationalen, bodengebundenen Infrastrukturen ist das Satelliteninternet auf internationaler Technik aufgebaut. Das vermindert die Transparenz der Datenverarbeitung und erleichtert Spionage durch Drittstaaten. Daher sollte besonders bei vertraulichen, unternehmensinternen und kundenbezogenen Daten hinterfragt werden, ob und wie Datenschutzrichtlinien eingehalten werden und wie die Daten im Zweifel ordnungsgemäß verarbeitet werden können.

 

Ergänzung statt Ersatz

Eine Möglichkeit, Satelliteninternet dennoch effizient einzusetzen, liegt in der Ergänzung des bodengebundenen Netzwerkes. Wenn langsame Leitungen für den normalen Arbeits-Traffic nicht mehr reichen, kann eine Satellitenverbindung aushelfen, während Datenschutzrelevantes, weiterhin über die sichereren Leitungen laufen kann. Auch als Rückfallebene kann eine Satelliteninternet-Anbindung relevant sein, falls z.B. stationäre Leitungen ausfallen. Das kann im Zweifel die Erreichbarkeit eines Unternehmens oder Standortes aufrechterhalten.

 

Die Zukunft des Satelliteninternets

Die Entwicklung der Technologie geht stetig weiter. Immer mehr solcher Satelliten finden ihren Weg in den niedrigen Erdorbit und bauen das Satelliteninternet aus. Die Verfügbarkeit steigt, ebenso die Geschwindigkeit. Mit dem Börsengang von SpaceX ist ein weiterer großer Schritt für das moderne Satelliteninternet getan, wie sich die Situation jedoch in Zukunft entwickelt ist unklar. Deshalb sollte die Technologie auf jeden Fall weiterhin beobachtet werden. Trotz der Bedenken bzgl. der Abhängigkeit und des Datenschutzes kann Satelliteninternet eine große Chance für den Ausbau der Anbindung in abgelegenen Regionen sein.

 

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