Die Welt ist stetig im Wandel. Kommt KI in den meisten Unternehmen gerade erst an, gibt es bereits große Diskussionen zum Umgang mit den Anbietern. Das Augenmerk liegt dabei besonders auf europäischer Unabhängigkeit, DSGVO-Konformität und ethischen Perspektiven. Doch schon lange sind die StartUps in Europa keine kleinen Studenten-Projekte mehr - einige Modelle und Anbieter haben sich zu ernstzunehmenden, teils besseren Alternativen zu verbreiteten US-Big-Playern entwickelt. In diesem Artikel wollen wir daher darauf eingehen, welche guten KI-Tools von europäischen Herstellern nutzbar sind, und wie sie sich von ihren großen Konkurrenten unterscheiden.
Ein Deal, den Anthropic (bekannt durch Claude AI) ablehnte, nahm OpenAI (ChatGPT) an. Ein Deal, der es US-Militär und -Geheimdiensten ermöglichen soll, ChatGPT zur Überwachung und Kriegsführung einzusetzen. Dass dieser Deal in der Öffentlichkeit nicht unbedingt auf positive Resonanz gestoßen ist, dürfte dabei kein Wunder sein. Eine ganze Welle an Abo-Kündigungen und ChatGPT-Boykotten ging durch die sozialen Medien und befeuerte wieder einmal mehr das Gedankenspiel um deutsche bzw. europäische Alternativen zu ChatGPT und Co.
Ungeachtet der persönlichen Einstellung dazu lohnt sich ein Blick auf Konkurrenzprodukte häufig sowieso. Dafür haben wir verschiedene, große KI-Modelle mit europäischen Konkurrenten verglichen:
Nummer 1 - Black Forest Labs
Das Freiburger Unternehmen wurde 2024 von einer kleinen Gruppe von Mitgliedern einer Forschungsgruppe der LMU München und der Universität Heidelberg gegründet. Es bietet ein KI-Modell zur Bildgenerierung an, was bei Beobachtern durch die Geschichte der Gründer als sehr vielversprechend gilt. Denn die Forschungsgruppe arbeitet nicht an irgendeinem IT-System, sondern forschte aktiv zur Bildgenerierung und erfand so die Stable Diffusion, die es ermöglichte, hochauflösende Bilder durch ein komprimiertes Verfahren auch mit geringeren Hardware-Anforderungen zu erstellen. Diese Arbeit setzte die Maßstäbe moderner KI-Bildgeneration. Kleiner Makel: Einer der Hauptinvestoren ist mit Nvidia ein nicht-europäisches Unternehmen.
Nummer 2 - Aleph Alpha
Wieder Heidelberg. Aleph Alpha zeichnet sich dadurch aus, dass die KI erklärbar ist - also der Nutzer nachvollziehen kann, wieso die KI ihre Antwort so ausgespuckt hat, wie sie auf dem Bildschirm steht. Des Weiteren ist die KI entweder online oder auf dem eigenen Server hostbar, wobei dann keine Daten den Server verlassen oder an den Anbieter gesendet werden. Dadurch entsteht echte Datensicherheit. Fokussiert hat sich Aleph Alpha jedoch vor allem auf Unternehmen, die hohe Compliance-Anforderungen haben, wie z.B. aus dem Verteidigungs- oder Finanzsektor, und ist daher weniger auf den individuellen Endnutzer ausgelegt.
Nummer 3 - Mistral AI
Der pariser KI-Anbieter versteht sich als europäische Alternative zu z.B. ChatGPT. Obwohl das Unternehmen erst 2023 gegründet wurde, ist es bereits heute führend unter den europäischen LLM-Anbietern. Dabei ist Mistral eine attraktive Option durch ihre DSGVO-Konformität und europäische Herkunft, die den Anbieter unabhängig von den USA macht. Gegründet wurde das Unternehmen von drei französischen KI-Forschern, einer ehemals DeepMind, die anderen beiden ehemals Meta, gegründet.
Nummer 4 - DeepL
Als deutsches Model ist DeepL weltweit führend bei Übersetzung, Sprachqualität und Schreibhilfe. Hier liegt der Anwendungsbereich nicht in der Diskussion oder Informationsbeschaffung, sondern in der Verbesserung von Texten und in der Übersetzung in präzise und natürliche Sprache. Unternehmen setzen besonders im europäischen Raum gerne auf DeepL, da auch hier der Ursprung in Deutschland und somit unter strenger Einhaltung der DSGVO und dem EU AI Act liegt.
Diese Modelle sind zum Teil sogar noch besser als ihre US-amerikanischen Konkurrenten/Vorbilder, gemischt mit Datenschutzkonformität durch europäisches Hosting.
Wer nun denkt, europäische Anbieter hingen am seidenen Faden und ihre Abschaltung sei nur eine Frage der Zeit, der irrt sich. Mistral hat durch zukunftsträchtige Investitionen bereits 2,5 Jahre nach Gründung einen Unternehmenswert von über 12 Mrd. US-Dollar erreicht. Das klingt im Vergleich zu OpenAI mit einer Bewertung von 850 Mrd. US-Dollar oder gar Anthropic mit über 1 Billion US-Dollar nicht besonders stark, jedoch startet Mistral somit stark in das erst dritte Bestehensjahr.
Auch die anderen genannten Anbieter sind z.T. weltweit, mindestens aber europaweit führende Unternehmen in ihren Bereichen. Ähnlich wie auch in den USA und China wird es auch in Europa weiter viele kleine StartUps geben, die ihre KIs vermarkten wollen und am Druck der Konkurrenz scheitern - jedoch zeigen diese Unternehmen, dass es auch für europäische StartUps möglich ist, sich einen Platz auf dem Weltmarkt zu ergattern und ein Stück vom großen globalen KI-Kuchen abzubekommen. Die Zukunft der europäischen KI-Anbieter hat also noch viel Potential.
Haben Sie Interesse daran, von einem US-amerikanischen KI-Anbieter auf eine europäische, DGSVO- und EU AI Act-Konforme, Alternative zu wechseln? Sprechen Sie uns gerne an, damit wir mit Ihnen zusammen die richtigen Modelle und Implementierungen aussuchen und einrichten können.